WordPress 7.1 soll am 19. August 2026 erscheinen und bringt zahlreiche Änderungen am Core, am Block-Editor und an der Medienverwaltung mit. Laut offiziellem Field Guide umfasst die Version mehr als 310 Core-Tickets, darunter über 100 Verbesserungen und neue Funktionen sowie mehr als 180 Fehlerbehebungen. Hinzu kommen zahlreiche Änderungen aus dem Gutenberg-Projekt.
Für Betreiber einer normalen WordPress-Website wird ein großer Teil davon im Alltag kaum auffallen. Einige Änderungen gehen jedoch tiefer. Bilder können teilweise bereits im Browser verarbeitet werden, der Beitragseditor wird technisch vollständig auf einen Iframe umgestellt und auch an Mediathek, Navigation und Barrierefreiheit wird gearbeitet.
Besonders bei individuell entwickelten Websites und Erweiterungen lohnt sich deshalb vor dem Update ein genauer Blick.
Bilder können bereits im Browser verarbeitet werden
Eine der größeren Neuerungen betrifft den Upload und die Verarbeitung von Bildern.
WordPress kann unterstützte Bildoperationen künftig bereits im Browser durchführen, bevor die Dateien auf den Server übertragen werden. Dazu gehören unter anderem das Skalieren, Komprimieren und Konvertieren von Bildern sowie die Erzeugung verschiedener Bildgrößen.
Für Website-Betreiber läuft dieser Vorgang weitgehend im Hintergrund. Unterstützt der verwendete Browser die neue Verarbeitung nicht, kann WordPress weiterhin auf die bisherige serverseitige Verarbeitung zurückgreifen.
Relevant wird die Änderung vor allem bei individuell entwickelten Funktionen oder Plugins, die direkt in die Bildverarbeitung eingreifen. Bestimmte Abläufe, die bisher ausschließlich serverseitig ausgeführt wurden, können sich mit WordPress 7.1 verändern.
Für normale Websites ohne spezielle Medienprozesse entsteht daraus jedoch nicht automatisch ein Handlungsbedarf.
Der Beitragseditor wird vollständig auf einen Iframe umgestellt
Technisch besonders relevant ist die Änderung am WordPress-Beitragseditor.
Mit WordPress 7.1 läuft der Post-Editor grundsätzlich innerhalb eines Iframes. Vereinfacht gesagt befindet sich der eigentliche Bearbeitungsbereich des Editors damit in einem eigenen Browser-Dokument.
Für die meisten Websites und standardkonform entwickelten Blöcke stellt das kein grundsätzliches Problem dar. Relevant kann die Umstellung jedoch für Plugins und individuelle Erweiterungen werden, die mit eigenem JavaScript oder CSS direkt auf Elemente innerhalb des Editors zugreifen.
Bisher konnte eine Erweiterung beispielsweise davon ausgehen, dass sich die WordPress-Administration und der eigentliche Editor im selben document beziehungsweise window befinden. Mit der neuen Struktur ist das nicht mehr grundsätzlich der Fall. Greift eine individuelle Erweiterung weiterhin nach diesem alten Prinzip auf den Editor zu, kann sie Elemente möglicherweise nicht mehr wie erwartet erreichen. Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass individuelle Plugins mit WordPress 7.1 generell nicht mehr funktionieren.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen vor allem Erweiterungen, die direkt in den Editor eingreifen, beispielsweise eigene Blöcke, spezielle Editor-Funktionen oder individuell entwickelte Plugins mit JavaScript- oder CSS-Anpassungen am Editor.
Weitere Neuerungen in WordPress 7.1
Auch an mehreren sichtbaren Bereichen wird gearbeitet.
In der Mediathek ist Infinite Scrolling standardmäßig aktiviert. Weitere Dateien sind dadurch automatisch geladen, wenn Nutzer in der Rasteransicht nach unten scrollen. Wer die bisherige Seitennavigation bevorzugt, kann diese weiterhin verwenden.

WordPress 7.1 bringt außerdem zahlreiche Verbesserungen bei der Barrierefreiheit. Dazu gehören unter anderem Anpassungen bei Fokusverhalten, Kontrasten, Semantik, Navigation sowie der Bedienung mit Tastatur und Maus.
Auch die Gestaltungsmöglichkeiten des Blocksystems werden erweitert. Dazu zählen neue Möglichkeiten für Hintergrundverläufe, Mindestbreiten, responsive Styles, Interaktionszustände und Textschatten.

Für Entwickler werden darüber hinaus verschiedene APIs erweitert. Dazu gehören unter anderem die Abilities API, die SVG Icon API sowie DataViews und DataForm.
Echtzeit-Zusammenarbeit ist noch nicht enthalten
Eine größere Neuerung schafft es dagegen noch nicht in WordPress 7.1: die Echtzeit-Zusammenarbeit im Editor.
Geplant ist langfristig, dass mehrere Nutzer gleichzeitig an Inhalten arbeiten können, ähnlich wie bei kollaborativen Dokumenten. Die Funktion wurde bereits getestet, ist in WordPress 7.1 aber noch nicht Bestandteil der finalen Version. Auch das geplante Upgrade auf React 19 wurde verschoben. Der Classic Block bleibt weiterhin verfügbar und auch das geplante Dashboard-Widget „On This Day“ wurde nicht in WordPress 7.1 aufgenommen.
Worauf sollten Sie vor dem Update achten?
Vor dem Update sollte eine vollständige und aktuelle Sicherung der Website vorhanden sein. Dazu gehören sowohl die Dateien der Website als auch die Datenbank. Entscheidend ist, dass die Sicherung im Problemfall tatsächlich für eine Wiederherstellung genutzt werden kann.
Für normale WordPress-Websites mit aktuellen Standard-Plugins lässt sich aus den Änderungen zunächst kein grundsätzlich erhöhtes Risiko ableiten.
Bei individuell entwickelten Websites sollte jedoch genauer geprüft werden, ob Funktionen eingesetzt werden, die direkt von den technischen Änderungen betroffen sein könnten.
Individuelle Editor-Erweiterungen und Medienprozesse berücksichtigen
Besonders relevant ist die Frage, ob auf der Website eigene Blöcke, spezielle Editor-Funktionen oder individuell entwickelte Plugins verwendet werden. Greifen diese per JavaScript oder CSS direkt auf den Beitragseditor zu, sollte ihre Kompatibilität mit der neuen Iframe-Struktur geprüft werden.
Bei solchen Websites empfiehlt es sich, WordPress 7.1 zunächst außerhalb der produktiven Website zu testen. Dabei sollte nicht lediglich kontrolliert werden, ob die Startseite weiterhin funktioniert. Entscheidend sind genau die individuellen Funktionen, die tatsächlich genutzt werden. Bei einer eigenen Editor-Erweiterung sollte beispielsweise geprüft werden, ob Inhalte weiterhin wie vorgesehen bearbeitet, gespeichert und über die jeweilige Sonderfunktion verarbeitet werden können.
Auch eigene Funktionen rund um Bild-Uploads oder Medienverarbeitung können einen genaueren Blick erfordern. Wenn ein Plugin oder eine individuelle Entwicklung direkt in die Verarbeitung hochgeladener Bilder eingreift, sollte überprüft werden, ob der bisherige Ablauf auch mit der neuen clientseitigen Bildverarbeitung funktioniert.
jQuery UI beachten
WordPress 7.1 aktualisiert außerdem die mitgelieferte Version von jQuery UI auf 1.14.2. Plugins, die Verhalten oder Styling von jQuery UI verwenden, sollten deshalb ebenfalls auf Kompatibilität getestet werden.
Auch hier bedeutet das Update der Bibliothek nicht automatisch, dass bestehende Plugins Fehler verursachen. Es ist jedoch ein konkreter technischer Bereich, den Entwickler bei älteren oder individuellen Erweiterungen berücksichtigen sollten.
Muss WordPress 7.1 sofort installiert werden?
WordPress 7.1 bringt zahlreiche Verbesserungen und Fehlerbehebungen. Trotzdem muss eine produktive Website nicht zwangsläufig unmittelbar zum Veröffentlichungstermin aktualisiert werden. Bei einer überschaubaren Website mit aktiv gepflegten Standard-Plugins kann das Update in vielen Fällen wie ein reguläres WordPress-Core-Update behandelt werden. Im Falle von geschäftskritischen oder individuell entwickelten Websites ist ein kontrollierteres Vorgehen sinnvoll. Hier sollte zunächst geprüft werden, ob eigene Funktionen in Bereiche eingreifen, die mit WordPress 7.1 technisch verändert werden.
Fazit
WordPress 7.1 bringt keine einzelne Funktion mit, die die Nutzung von WordPress grundlegend verändert. Unter der Oberfläche werden jedoch mehrere technische Bereiche weiterentwickelt.
Die neue Bildverarbeitung verlagert bestimmte Prozesse in den Browser, der Beitragseditor wird vollständig auf einen Iframe umgestellt und WordPress verbessert unter anderem Mediathek, Barrierefreiheit und Gestaltungsmöglichkeiten. Für die meisten Websites dürfte daraus kein grundsätzliches Problem entstehen.
Sie sind unsicher, ob Ihre Website für WordPress 7.1 vorbereitet ist?
WP-Wartung24 prüft die technische Ausgangslage, erstellt eine aktuelle Sicherung und testet relevante individuelle Funktionen auf mögliche Kompatibilitätsprobleme. Auf Wunsch übernehmen wir anschließend auch die kontrollierte Aktualisierung auf WordPress 7.1.
Kontaktieren Sie uns und wir unterstützen Sie beim Update auf WordPress 7.1